Sawai Madhopur

Unterwegs in Sawai Madhopur – Tag 16

04.00 Uhr ist die Nacht vorbei. Wir verlassen die blaue Stadt in Richtung Ranthambore Nationalpark. Schnell den Rucksack gepackt und schon steht um 05.00 Uhr die Rikscha vor der Tür.
Wir haben immer noch keine Bestätigung ob wir im Zug mitkommen, unser Ticket steht auf der Warteliste. Am Schalter kam dann die Erlösung. Wir sind mit dabei.
Auf nach Sawai Madhopur dem Ranthambore Nationalpark.

Wobei wir wieder eine neue Wagenklasse kennenlernen. C1 sagt unser Ticket.
Wir suchen uns also den richtigen Wagen und richten uns auf den Liegeflächen ein um noch ein wenig Schlaf nachzuholen.
Alles gut, bis der Schaffner, der Blockwart der indischen Züge kommt. Er schüttelt konsequent den Kopf und bedeutet uns einen Wagen weiter zu ziehen.
Was für ein Ärger, hier müssen alle sitzen.
Aus mit den Schlafplätzen. Die Enttäuschung ist groß nicht mehr mit Schlafplätzen ausgestattet zu sein.

Erst später bemerken wir anhand der Mitreisenden, dass wir in der höchsten Wagenklasse sitzen. Um uns herum werden Smartphones und iPads ausgepackt und emsig genutzt. Die Ersten die ich in Indien sehe. So sieht hier also Luxus-Reisen aus.

13.15 endet dann die Fahrt in Sawai Madhopur.

Bahnschild Sawai Madhopur

Hier ist alles anders. Es empfängt uns keine wilde Horde von Fahrern die aufdringlich nach dem Hotel fragen. Keine staunenden Kinder und flüsternden Frauen.
Alles ist entspannt. Wir fragen den Ersten nach einem guten Restaurant für das längst fällige Frühstück. Sofort werden wir an das erste Haus am Platz geführt. Aus dem Bahnhof raus erste Haus links.

Alles ist schmuddelig, die Bedienung spricht Hindi, aber das Lokal ist voll.
Wir haben die Wahl nicht bereut, sehr lecker und preisgünstig. Die Cola wird extra für uns aus dem Laden gegenüber geholt. Zwei Personen für 220 INR, ca. 3,30 EUR

Unsere Hotelwahl bestimmte diesmal der Lonely Planet.
Es heißt Aditya Palace Ressort und die Fahrt dorthin bekommen wir für 50 INR verhandelt. Der Name ist deutlich übertrieben, aber die Zimmer sauber, das Personal mehr als hilfsbereit und 500 INR die Nacht sehr fair.

In Ranthambore sind alle Hotels auf Tigersafaris spezialisiert. Der ganze Ort lebt davon.
Es besteht die Möglichkeit in einem Lkw (Canter) mit 16-20 Personen oder einem Jeep (Gipsy) 6 Personen, durch die Tigerreservate zu fahren.
Meine Begleiterin will unbedingt den Gipsy, der natürlich aufgrund seiner Exklusivität ausgebucht ist. Die Kapazitäten der Sitzplätze die das Reservat befahren dürfen werden staatlich vorgegeben. Es besteht jedoch die Chance stornierte Plätze am frühen Morgen (05.00 Uhr) direkt bei der Forstverwaltung zu ergattern.
Natürlich wählten wir diesen Weg. Wir sind ja im Urlaub und das frühe Aufstehen gewohnt, von Abenteuer ganz zu schweigen.

Gegen Abend marschierten wir also zum Verwaltungsgebäude der Forstverwaltung um die Strecke abzugehen. Wir wollen uns ja am Morgen unnötige Sucherei ersparen.

Dabei kommt man unterwegs mit verschiedenen Leuten ins Gespräch. Wirklich merkwürdig ist, dass im Gegensatz zu anderen Orten in Indien, uns hier niemand etwas verkaufen oder aufdrängen will.
Einer davon war ein Travel-Agent der sein Büro an den Straßenrand verlegt hatte (ein Tisch mit Telefon). Hier erfuhren wir von seiner Jeep-Tour zum Ranthambore Fort. Für uns zum Freundschaftspreis von nur 600 INR. Eine Alternative nach der Safari. Wir nehmen seine Visitenkarte vorsichtshalber mit.

Kurz danach trafen wir auf ein Volksfest Es gab Zuckerwatte, Luftballons und Spielzeug.
Die Hauptattraktion war ein ca. 10 Meter hohes Riesenrad, das von zwei Männern handbetrieben wurde.

Wir unterließen aber eine Fahrt, schließlich waren wir wegen der Tiger Safari hier.