Bootsfahrt

Payyanur, Erholung im Paradies – Tag 28

05.00 Uhr wecken durch den Muezzin, pünktlich vor dem Sonnenaufgang
Da schlafen nicht mehr möglich war, gehen wir auf die Terrasse und genießen den Sonnenaufgang zu dem wir gerufen wurden.
Das Leben beginnt hier langsam und man förmlich zusehen wie die Tiere erwachen. Übrigens auch das Personal. So nähert sich auch der Hotelboy auf leisen Sohlen um uns auf der Terrasse sitzen nach Tee oder Kaffee zu fragen. Eine viertel Stunde später kommt er wieder mit zwei kleinen Thermoskanne Tee vorbei, die wir entspannt auf der Veranda genossen.
Dieses Ritual wiederholt sich gegen 8.00 Uhr mit den Worten:“ Sir, the Breakfast is ready“.
Wir kleiden uns an und wandern die paar Minuten zum Haupthaus.

Ein größere Tanzsaal mit Buffet und in der Mitte einem Tisch für zwei Personen. Fünf Angestellte waren beschäftigt das Buffet zu bedienen. Auf Nachfrage erfuhren wir, dass wir die einzigen Gäste in der Anlage waren.
Was für ein Aufwand! Wir fühlten uns leicht beobachtet. Das könnte aber an den drei Kellnern liegen die diskret an der Wand standen und jede Bewegung analysierten. Man muss sich erst daran gewöhnen, dass beim Hinstellen eines leergetrunkenen Glases sofort jemand herbeieilt um nach dem Begehr des nächsten Getränkes zu fragen.
Frisch gestärkt ging es anschließend mit dem TukTuk zum Bahnhof von Payyanur um eine Fotokopie für das Meldeformular zu kaufen. Wie wollten eh in die Stadt um die eiterfahrt nach Bangalore zu organisieren. Unser Flug nach Delhi war schon Wochen im Voraus gebucht, den durften wir nicht verpassen.

Zu unserem Leidwesen waren auch wirklich alle günstigen Tickets nach Bangalore vergriffen, so dass wir auf die Luxusklasse ausweichen mussten. Pro Person waren das 2200 Rupien. Eigentlich kein großes Geld, in Indien allerdings ein kleines Vermögen.

Auf dem Rückweg vom Bahnhof nahmen wir uns die Zeit für einen gepflegten Obstkauf im nahegelegenen Einzelhandel. Das sollte für den Tag unsere Snacks für das herumlungern auf unsere Terrasse sein.

Man sollte das Obst aber auch richtig verwahren! Unsere Leichtfertigkeit ,die Beutel auf die Terrasse zu stellen, freute die Raben, die mit wildem Eifer auf das Obst einhackten. So war dann auch die Hälfte des Einkaufes von Raben gefressen.

So verbrachten wir den restlichen Tag mit Obst und Sonne in der Hängematte und im Liegestuhl.
Erst am späten Nachmittag fuhren wir noch mit einer indischen Familie mit dem Boot an Meer. (300 INR extra inklusive Abendessen) Dazu mussten wir nur mit dem Motorboot über den Fluss und den schmalen Palmenstreifen durchqueren. Von unserer Hütte aus konnten wir den Ozean den ganzen Tag rauschen hören.

2h Beachtrip mit Tee, Mineralwasser und Bananenbrot war der pure Luxus. Leider war das mit dem Baden nicht so. Unsere indische Begleitung ging nur mit voller Montur ins Wasser. Inder haben es nicht so mit Bademode.

Zum Abendessen gab es dann Chicken und Lamm für zwei, sehr zu empfehlen.

Mit dem Bus nach Sagara – Tag 25

Das Wetter in Agonda wird deutlich schlechter. Heute am frühen Morgen ist der Himmel komplett bewölkt. Was unsere gute Laune nicht beeinflusst, denn wir gehen mit dem Boot auf Tour um Delfine zu sehen. Bei der Familie Dersy kann man zu diesem Zweck ein Boot anheuern.
Unser Termin ist um 09.00 Uhr am südlichen Ende des Strandes von Agonda.

Hier warten wir geduldig auf das Fischerboot was uns abholen soll. Und tatsächlich, fünf Minuten später steuert ein kleines Boot auf uns zu und nimmt uns an Bord.

Wir fahren circa 10 Minuten südwärts an leeren Buchten vorbei, die man zu Fuß wahrscheinlich nicht erreichen kann. Hier werden des öfteren Delphine gesichtet.

Zu unserem Glück auch heute. Zwei Delphine schwimmen munter vor der Küste.

Leider sind zwischen der realen Welt und dem Fernsehen unterschiede die Enttäuschungen hervorrufen. Während im Fernsehen die Fische fröhlich neben den Booten herschwimmen, flüchteten unsere Delfine bei dem Geräusch unseres Außenbordmotors und wir mussten hinterher jagen.

In den nächsten 45 Minuten bekamen wir sie nur kurz 4-5 mal zu sehen.
Meistens ein kurzer Blick auf die Rückenflosse bei Luftholen, jedoch viel zu kurz für ein Foto.

So wurden wir danach auch wieder an derselben Stelle abgesetzt wo die Aufnahme stattgefunden hatte.

Vor unsere Abreise stürzten wir uns noch schnell in das Arabische Meer um den Ozean in vollen Zügen zu genießen.

Doch Vorsicht: Gerade an den Traumstränden herrschen starke Wirbel und Strömungen. Schwimmen außerhalb der Life Guards kostet jährlich viele Menschenleben. Wir beschränkten uns auf Wassertiefen in denen wir noch stehen konnten und ließen uns von den Wellen tragen.

Gegen 11.30 Uhr brachen wir auf. Unser Abschied verlief kurz und herzlich. Mama Dersy ließ uns vom ältesten Sohn zum Busbahnhof fahren und gab uns die besten Wünsche mit auf den Weg.

Unser nächstes Ziel sollte der höchste Wasserfall in der Gegend bei Sagara sein.

Der Routenplaner zeigte 224 Km. Auch hier sollte man die indischen Verkehrsverhältnisse beachten.

Mit dem Umweg über wirklich jedes Dorf auf der Strecke und Pausen um eine Kokosnuss zu trinken, kamen wir schließlich gegen 21.00 Uhr in Sagara an.

Wichtig ist zu wissen: Nicht nach einem Hotel fragen! Hotel bedeutet hier so etwas wie eine Kneipe, ohne Übernachtungsmöglichkeit. Wir versuchten das Spielchen 3x bis wir begriffen und nach einem Bett für die Nacht fragten. Der Fachausdruck heißt hier „Lodge“!!

Mumbai und Elephanta Island – Tag 19

9.00 Uhr erfolgt der Aufbruch zum Gate of India. Von unserem Hotel ist das ein 30 min Fußmarsch ohne Geschäfte und verstopfte Straßen. Hier geht ab 10.00 Uhr von der Anlegestelle die Fähre nach Elephanta Island für ganze 130 INR. Vorsicht beim Einsteigen. Auf dem Ticket steht “ keine weitere Service Charge“ Uns wollte man auf dem Schiff für die Fahrt auf dem Oberdeck noch ein paar Rupien abknöpfen. Typisch indisch eben.

Davon ist man aber nicht nur als Europäer betroffen, die erhöhten Gebühren und andere Preisaufschläge sind Ober- gegen Unterschicht. Auch wohlhabende Inder werden zur Kasse gebeten. Wichtig für Leute ohne Frühstück, Essen mitnehmen die Fahrt dauert eine Stunde.
Beim Anlegen dann das gleiche Spiel, kaum ist man an Land kommen die Schlepper.
Vorsicht auf der Insel. Beim Ausstieg will einem jeder Einheimische einen Guide für 300 – 500 INR „empfehlen“. Ein deutschsprechender Guide ist jedoch im Eintrittspreis schon enthalten. Also einfach weitergehen und die „Empfehlung“ ignorieren.
Einzig das Zugticket für ganze 10 INR ist zu lösen, wer nicht die 2 km zu Fuß gehen will.
Hier lernten wir Stephan aus Hamburg kennen. Er reiste allein und wir beschlossen den Tag zu dritt zu verbringen und uns auszutauschen.

Die Führung auf Elephanta Island ist sehr ruhig und entspannt. Der weibliche Guide spricht sehr gutes Deutsch. So kann man nach 2h die Insel gebildeter verlassen.

Auf dem Rückweg geht es durch endlose Stände von Mitbringseln die in den höchsten Tönen angepriesen werden. Entweder handeln oder mindestens um die Hälfte drücken.
Den Rückweg mit der Fähre verbrachten wir im Gespräch mit Stephan, der uns auch in das Taj Mahal Palace Hotel begleiten wollte. Hierbei handelt es sich um das erste Haus am Platze von Mumbai.
Viele Filmstars und die Königin von England wohnen hier wenn sie die ehemalige Kolonie besucht. Da das Hotel Opfer eines Anschlags während der Terrorwelle 2008 geworden war sind die Sicherheitsvorkehrungen entsprechend. Ähnlich dem Hotel Adlon in Berlin gibt es hier Shop in Shop Boutiquen in denen die Schönen und Reichen einkaufen können.
Wir entschieden uns für unsere Lieblingsmarke Montblanc. Nur mal kurz schauen. Bei den Stiften war kein Schnäppchen zu machen, aber bei der Geldbörse zahlt man 50% vom deutschen Preis. Der eigentliche Grund unseres Besuches war aber ein Kaffee im Restaurant.

Fündig wird man da im ersten Stock. Mit Blick auf das Gateway of India genoss ich einen
Choco Breeze für 125 INR. Der beste meines jungen Lebens übrigens.
Dazu gab es für die Kaffeetrinker noch eine Flasche Wasser, frisches Schmelzwasser aus dem Himalaya. Auch hier wieder der Tipp etwas Warmes zum Anziehen dabei zu haben. Bei der Kälte brachen wir schnell auf um noch bei der besten Kebap Bude in Mumbai etwas essen zu gehen.
Leider erwischten wir einen Feiertag und damit die geschlossen Tür.
Alternativ dazu kann ich das Leopolds nicht empfehlen. Das Kultbistro ist laut, teuer und die Bedienung ist komplett überfordert.

Das alles dauerte so lange das wir unser letztes Ausflugsziel, das „Dhobi Ghat“ oder die „größte Waschmaschine der Welt“ nur nach Feierabend erreichten. Die Waschmaschine ist ein komplettes Viertel in dem die gesamte Wäsche für Mumbai unter freiem Himmel in gemauerten Bottichen gewaschen wird.

Stephan musste sich leider verabschieden weil er nächsten Tag den Rückweg nach Deutschland antrat. Aber wozu gibt es den Facebook?!