Hanuman

Abschied von Varanasi – Tag 9

Der letzte Tag in Varanasi
oder wie die Einheimischen sagen Benares!

Nach der frühen Bootsfahrt am vorherigen Tag haben wir heute erst mal ausgeschlafen und auf unserer Dachterrasse gefrühstückt. Das übrigens nebenbei bemerkt, sehr lecker ist. Indien kennt keine Tiefkühlkost, hier wird noch frisch zubereitet.

Danach ging es wieder in die verwinkelten Gassen von Varanasi zu der Seidenmanufaktur um noch zwei Geschenke für Freunde zu kaufen.

Warnung: Für solche schnellen Einkäufe einfach mal 2-3 Stunden einplanen. Der Prozess beginnt mit der Geschichte der Firma über die Fragen nach der eigenen Person bis zur Inventur des Ladens. Selbst wenn man weiß was man will werden einem 200 unnütze Dinge gezeigt die extra billig sind. Egal ob man sie braucht, das Argument der Verkäufer ist der Preis. So nach dem Motto, billig geht immer.

Also nahmen wir noch zwei Fußringe für die Zehen mit, die natürlich echt Silber, extrem billig (extra für uns, weil wir jetzt die besten Freunde des Besitzers waren) und selbstverständlich pure Handarbeit aus dem Haus waren.

Um die Geschichte abzukürzen, die Ringe färbten auf der Haut und verbogen sich bei laufen, so dass wir sie entsorgen mussten.

Nach dem vielen Handeln waren wir auch bereit wieder mit den TucTuc-Fahrern zu feilschen. Wir brauchten eine Rikscha zum Affentempel. Während man Affen in Indien meidet weil sie alles klauen was man am Körper oder in der Hand hat, werden sie hier verehrt und gefüttert.

Und tatsächlich wimmelte es in diesem Tempelkomplex von Affen. Aufgrund der heiligen Tiere fehlte auch völlig die Sauberkeit die man sonst von heiligen Stätten gewohnt war. Essensreste und Kot lagen auf den Wegen und Wiesen.

Schnell versteckten wir unsere Sonnenbrillen und wurden auch zugleich Zeuge einen Diebstahls. Ein Affe sprang auf einen kleinen Junge entriss ihm sein Spielzeug und flüchtet hinter eine Absperrung. Hier hilft nur noch verhandeln, wie auch bei einer Affenattacke auf der Straße. Die Tiere warten geduldig in unmittelbarer Nähe bis man ihnen Kekse oder Obst kauft und sie damit besticht um sein Eigentum wieder zu bekommen.

Ist man nicht schnell genug großzügig, kauen sie schon mal gelangweilt auf dem Gegenstand der Erpressung herum.

In unserem Fall kam einer der Tempelaufseher mit dem Stock und drohte dem Tier. Das ließ gelangweilt das Spielzeug fallen und verschwand im Baum. Nicht ohne es vorher zerbissen zu haben.
Meine Sonnenbrille fühlt sich seitdem immer in der Tasche wohl, sobald ich Affen sehe.

Auf dem Rückweg ließen wir unseren Fahrer direkt am Assi Ghat (der südlichsten der Badestellen von Varanasi) anhalten um direkt am Ganges zu unserem Hotel zu laufen.

Bei unserem Glück gerieten wir in eine Bollywood Produktion die sich Varanasi als Drehort ausgesucht hatten. Sie drehte direkt mit dem Ganges als Hintergrund.
Natürlich blieben wir stehen um das bunte Treiben aus der Entfernung zu beobachten, so wie auch hunderte Inder.

Bollywood in Varanasi

In Mumbai der Hochburg der Filmindustrie gibt es spezielle Cafés wo sich Europäer aufhalten können um von Casting-Scouts angesprochen zu werden. So bekommt man eine Filmrolle für 1-2 Tage. Inder lieben es Touristen mit heller Haut einzuspannen. So bekommen die heimischen Produktionen ein internationales Flair.

Bei der Hotelrechnung lernten wir wieder etwas Neues kennen. Steuern!
Alle Preise die wir im Kopf hatten für Speisen und Hotelzimmer waren netto. Das erfuhren wir erst bei der Bezahlung. Also knöpfte man uns 20% mehr ab.

Merke: Bei Hotels immer vorher fragen ob die Steuern inklusive sind! Dann gibt es hinterher keine Möglichkeit sich ausnehmen zu lassen.

Dafür bekamen wir für unser nächstes Ziel Agra eine Hotelempfehlung mit einer deutschen Besitzerin.

Aufwiedersehen Varanasi, hallo Agra!

Auf den Spuren von Krishna – Tag 6

Und wieder aufwachen im Ashram, diesmal schon sehr früh am Morgen.
Zu den Pflichten eines guten Hindus gehört nämlich die Umrundung der Stadt Vrindavan auf den Spuren von Krishna. Als Gast habe ich mir die Freiheit herausgenommen meine Schuhe dabei anzubehalten.

Affen in Vrindavan

Unterwegs begegnete uns eine Frau die Bananen aus einem TukTuk verfütterte. Sie war eine Verehrerin von Hanuman dem Affengott und fütterte seine Familie

Morgens in Vrindavan

Die Gebetskette, die man dabei mit sich trägt, kann man dabei genau 16 x „umrunden“, denn der Weg dauert ca. 2 Stunden. Danach darf man dann auch lange duschen.

Sandipani Muni School – Essen der Witwen

Heute ist der Tag der Witwen. „Food for Life“ sucht immer Sponsoren die das Essen für die Witwen ausgeben. Leider sind diese Essen noch sehr ungleichmäßig, da sich noch nicht genügend Sponsoren gefunden haben.

Witwen beim Essen

Alle Frauen (sie dürfen laut indischer Tradition nicht arbeiten und sind somit auf Almosen angewiesen) werden eingeladen und verköstigt. Für viele von ihnen, neben den Tempeln, der einzige Anlaufpunkt für regelmäßige Nahrung. Neben der Speisung erhält jede der Teilnehmerinnen noch 25 Rupien (0,35 EUR) Taschengeld für den persönlichen Bedarf. Während der Mahlzeit werden Fotos gemacht und dem jeweiligen Sponsor gemailt, damit dieser nachvollziehen kann wie mit seinen 120 EUR verfahren wurde.

Blinde beim Essen

Die Reste die von der nahrhaften und reichlichen Portion übrigbleiben gehen an ein Blindenhaus in der Nähe.

Mit der Aufgabe die jungen Lehrerinnen bei der Essensausgabe zu unterstützen haben wir auch fast den halben Tag verbracht. Und immer stellte sich das Gefühl ein nie eine Stunde sinnvoller verbracht zu haben.

Kurz vor unserer Abfahrt nach Varanasi sind wir noch schnell in ein Internet Café gehuscht um die neuesten Tickets für die Weiterreise zu drucken. Für alle die Geld für das nächste Ziel benötigen: Im ISCON Tempel steht ein ATM-Geld-Automat.

Wie immer natürlich nur große Scheine, also schnell jemanden finden der wechseln kann bevor es wieder Ärger mit Taxifahrern und Straßenhändlern gibt die prinzipiell nicht wechseln können und wollen.

Gehen Abend fuhren wir dann nach Matura der nächstliegenden Bahnstation um den Zug nach Varanasi, der heiligen Stadt am Ganges, zu bekommen. Hier waren wir während der wartezeit die Attraktion des bahnhofes. Jeder musste uns fotografieren. Wir haben zurückgeknipst!

Da Züge in Indien im Schnitt mit 50 Km/h unterwegs sind brauchen wir für die Strecke von 661 km so um die 14,5 Stunden (22.00 Uhr – 12.25 Uhr). Die erträgt man am besten im Schlafwagen.
Also dann, gute Nacht