Jaipur

Stadtrundfahrt in Jaipur – Tag 12

08.30 Uhr sind wir am Tourist Office, nur nicht den Bus für die Stadtrundfahrt verpassen der für 09.00 Uhr angekündigt ist. In Indien kann immer alles anders laufen als geplant.

Aber im Government ist alles fest in der Planung.
Der Busfahrer winkt uns gleich in den Bus und setzt uns in die erste Reihe.
Und los geht die Tour.

Erster Halt mit einer halben Stunde Aufenthalt ist der Birla Lakshmi Narayan Tempel, hell und leuchtend ganz aus weißem Marmor steht er wieder für die beeindruckenden Tempelbauten in Indien.

Die Schuhe sollte man gleich im Bus lassen und barfuß zum Eingang gehen. Unser Versuch die Schuhe vor dem Tempel auszuziehen und mit in den Rucksack zu stecken scheiterte an dem Türsteher der konsequent den Kopf schüttelte.

Preisetafel Jaipur

Wieder im Bus fuhren wir durch die Pink City (Innenstadt) vorbei am Palast der Winde (Hawa Mahal) zur berühmten Sternwarte (Jantar Matar) des Maharaja Sawai Jai Singh.

Schließlich landeten wir auch bei dieser offiziellen Tour bei einem Government Store.
Die Waren waren wie immer wenn Touristen im Spiel sind völlig überteuert.

Aber was will man von einer Regierung erwarten die Touristen den 5 bis 7 fachen Preis abknöpft. Faire Preise in den Läden?

Wir schlenderten kurz durch den Laden und warteten dann draußen auf die Abfahrt zum nächsten Ziel, welches unser Herz auch wieder erfreute.

Der Vrindavan Garden, ein wirklich schöner Park den man vom gegenüberliegenden Tempel besten beobachten kann. Lang hat man dafür aber nicht Zeit, der Bus wartet nicht und wir hatten noch Fort Amber vor uns.

Das Fort liegt wie üblich auf einem Berg den es zu erklimmen gilt.

In der Hauptsaison ist das stilecht mit Elefanten zu bewerkstelligen. Zu unserer Zeit leider nicht. da fuhren nur ein paar veraltete Jeeps auf den Hügel. Aber besser als laufen.
In einen Jeep passen 7 Passagiere, die sich die Fahrt teilen.

Wir unterhielten uns während der Fahrt mit einem indischer Architekt der dann auch als Ältester das einsammeln des Fahrpreises übernahm. Das schütze uns vor unberechtigten Forderungen seitens der Fahrer.

Hier bezahlten wir 40 INR pro Person, wobei der Architekt darauf achtete das niemand benachteiligt wurde. Fort Amber ist wirklich sehr schön und der Busbegleiter erzählte auf Englisch reichliche Geschichten zu der Sehenswürdigkeit.

Auf dem Rückweg zum Bahnhof stoppten wir noch kurz beim Wasser Palast (Jal Mahal) um bei untergehender Sonne die letzten Aufnahmen zu machen.

Bild vom Wasser Palast

Gegen 18.30 erreichte die Tagestour das Ende.

Voller Nervosität hetzen wir dann zum Hotel um noch mit dem Schneider zu reden und unsere Rucksäcke zu schnappen.

Der Hotelbesitzer hatte als wir ihm sagten wir müssen auf jeden Fall nach Jaisalmer einen Überlandbus für uns gebucht. Das war die einzige Alternative zum Zug.

Als wir ankamen wartete der Schneidergehilfe schon ungeduldig auf mich. Und es hatte sich gelohnt, die Hemden saßen wirklich gut. Eine kleine Delle am Gesäß war zu verschmerzen, da diese beim Anzug nicht zu sehen war und bei einer Jeans nicht ins Gewicht fiel.

Der Bote wollte dann selbstbewusst die 5400 INR plus einen saftigen Aufschlag für den Hausservice der vorher nicht verhandelt war. Ich erklärte ihm ebenso selbstbewusst dass ich ihm das Trinkgeld gerne gegeben hätte, es aufgrund seiner Unverschämtheit jetzt aber ausfällt. Sichtbar missgelaunt zog er von davon. Auch unsere Wäsche die wir in den Wäscheservice gegeben hatten, war sauber und gebügelt zur Stelle.

Der Chef fährt uns persönlich zum Bus. Wer weiß ob wir den Richtigen finden?
Und er hat Recht, viele viele Busse und nur die Einheimischen blicken durch.

Kurz vor Abfahrt erreichen wir den Bus und wollen unser Gepäck in den Laderaum legen.
Und auch hier hält wieder ein Kofferboy die Hand für 40 INR auf und weigert sich das Gepäck zu verladen. Der Hotelbesitzer weist ihn auf Hindi zurecht und schickt ihn weg.

Bloß nichts bezahlen das ist inklusive. Wir haben die letzte, weil teuerste Schlafkabine gebucht, die sonst keiner kauft. Wir sind halt die reichen Europäer.

Also steigen wir ins Schlaffach und genießen die Reise nach Jaisalmer.

Jaipur die Hauptstadt Rajasthan – Tag 11

Früh aufstehen ist bei unserer Art von Urlaub an der Tagesordnung.
Um 05.00.Uhr ging es dann auch schon wieder in den Tag.

Jedes Hotel hat seine persönlichen Taxifahrer, die bis zu einem Drittel an das Hotel abgeben müssen. Aber wer will schon um 06.00.Uhr bei reservierten Zugtickets ein Taxi suchen.

Erste Überraschung, Agra hat mehr als einen Bahnhof.
Natürlich fuhren wir zum Falschen. Also neues Taxi, neues Glück.
Und Jackpot, dann doch den richtigen Zug bekommen.
Und auch gleich war unser Sitzplatz besetzt. Das klärte jedoch der Blockwart der indischen Züge, der Schaffner. Der scheuchte auch in einer sehr dominanten Art unsere Platzbesetzer von dannen.

Das ganze Elend vom Morgen war aber um 12.30 Uhr vergessen als wir in Jaipur einliefen. Ohne Plan was denn so geht. Also same procedure as every day. Ab ins Tourist Office am Bahnhof. Die Herrschaften sind Staatsbedienstete, nur nicht versuchen für eine gute Beratung ein Trinkgeld zu geben.

Hier liegt eine Liste der vom Staat empfohlenen Hotels aus.
Ebenso kann man im Office die offiziellen Tagestouren buchen. 300 INR pro Person sind da schon ok. Mal sehen was uns erwartet. Wir hatten hier einen sehr engagierten und kompetenten Ansprechpartner.

Seine Hotelempfehlung war das Moon Light Palace für 850 INR. Er organsierte auch den Transfer zum Hotel, gab uns das Nummernschild unseres Chauffeurs und schickte uns vor die Tür.

Hier erwartete uns Abdul, der sich nebenberuflich als Cityguide verdiente. Während der Fahrt erzählte er uns von den Sehenswürdigkeiten die er uns zeigen könnte.
Wir fanden 600 INR für den Tag im klimatisierten Auto ok und verabredeten uns nach dem Einchecken mit ihm.
Dass die Empfehlung für das Moon Light Palace wirklich Gold wert war konnten wir sogleich feststellen. Schöne Zimmer, aufmerksamer Concierge und Wäscheservice. Endlich mussten wir unsere Klamotten nicht mehr im Bad waschen um sie über Nacht zu trocknen.

Schnell die Rücksäcke abwerfen und los ging der Trip durch Jaipur.
Als erstes brauchten wir Tickets für die Weiterreise nach Jaisalmer.
Um flexibel zu sein hatten wir nur bis Jaipur gebucht. Jetzt kam die böse Überraschung. Alle Plätze waren restlos vergeben. Wir landeten auf der Warteliste ganz weit unten.
Da wir noch ein Ticket von Ranthambore nach Mumbai hatten, waren wir unter Zeitdruck. Da musste eine Lösung her. Abdul versprach sich darum zu kümmern.

Aber jetzt kam zuerst der Besuch der Sehenswürdigkeiten in der Hauptstadt von Rajasthan.

Der Tempel Gatore Ki Chhatriyan liegt etwas einsam und verlassen zwischen einer Hügelkette. Es ist aber entspannt als einzige Touristen hier entlang zu wandern. Schön erhalten und einsam!

Als nächstes kam die Durchfahrt durch die Pink City, wie die Innenstadt von Jaipur genannt wird. Zu Ehren eines Besuches von Kronprinz Albert Eduard, wurden 1876 die Häuser in der Farbe der Gastlichkeit (rosa) gestrichen. Die rosaroten Anstriche geben gerade bei Sonnenuntergang eine herrliche Kulisse.

Neben der rosa Farbe ist Jaipur besonders für seine Elefantentouren bekannt. Natürlich wollten wir uns das nicht entgehen lassen und auf einen Elefanten reiten. Zu unserer Enttäuschung wird im Oktober, bedingt durch heilige Feste, dieses Spektakel nicht angeboten.

Abdul wusste aber Rat und hatte natürlich in „seiner“ Stadt Beziehungen die er nutzte.
So fuhren wir nach Elefant-Ville einem Dorf in dem die Elefanten mit ihrem Besitzer leben. Jede Familie hatte dort ein Haus mit einem angrenzenden Zimmer in dem ein oder mehrere Elefanten lebten.

Für den geradezu unverschämten Preis von 1200 INR durften wir dort im Dorf zwanzig Minuten auf einem Tier reiten. Wir hatten keine andere Wahl, wer den Elefanten reiten will, muss tief in die Tasche greifen. Dafür durften wir beim baden zusehen!!

Natürlich kam zum Schluss auch die unvermeidliche Kaffeefahrt indem uns Abdul fragte ob wir Interesse haben einen Freund in einer Textildruckerei zu besuchen in der schwierige Muster per Handdruck gefertigt werden.

Wir stimmten zu und landeten in einer Manufaktur mit 15-minütiger Führung und anschließendem Verkaufsgespräch. Ich war ziemlich bockig das mir schon wieder Lebens- und Urlaubszeit gestohlen wurde um etwas zu verkaufen. Aber leider auch inkonsequent.
Immer auf der Suche nach schönen Hemden ließ ich mir Stoffe zeigen.
Der Verkäufer legte einen deutlich intelligenteren Verhandlungsstil an den Tag wie ich bisher gewohnt war. Das Argument ich könne kaufen weil seine Preise die niedrigsten wären ließ er sein.
Stattdessen übernahm er das volle Risiko. Der Deal war, er fertigt drei Hemden nach meinen Vorgaben die er innerhalb von 24 Stunden in mein Hotel liefert. Ohne Anzahlung!
Gefällt oder passt mir die Ware nicht, kommt der Deal nicht zustande.
Ich hatte beschlossen bei Maßschneidern keine Vorkasse mehr zu bezahlen.
Auf dem Rückweg sahen wir noch das Hawa Mahal bei Nacht.

Palast der Winde

Und so endete der Tag mit Erwartungen auf den Nächsten.