Varanasi und Buddha – Tag 8

Der frühe Vogel kann mich mal. So oder so ähnlich war die Stimmung um 05.30 Uhr. Unser Bootsführer holte uns ab um den Sonnenaufgang auf dem Ganges zu genießen. Ein einmaliges Erlebnis. 2 Stunden an den Ghats (Badestellen) vorbei an denen die Maharadscha im Ganges badeten. Vorsicht bei den Preisverhandlungen: Man zahlt pro Person und Stunde 200 Rupien für Pärchen und 100 Rupien für Gruppen.
Achtet selbständig auf das pünktliche zurückrudern, jede angebrochene Stunde zählt.

Berechnet wird ab vereinbartem Treffpunkt beim Hotel.

Noch wichtig zu wissen:

Ihr bekommt schwimmende Kerzen um Sie Mutter Ganges zu opfern. Dass diese extra Kosten, wird man euch nach der Zeremonie erzählen. Preis 50 Rupien.

Alles in allem ein unvergessliches Erlebnis welches ich nicht missen möchte.
P.S. Noch ein letztes zu den Ganges-Supermärkten die ständig an Euer Boot andocken. Handelt was das Zeug hält, die Preise sind teilweise 4 – 5fach drüber. Dafür kannst Du deinen Freunden erzählen ihr Geschenk AUF dem Ganges erstanden zu haben.

Nach der Bootsfahrt wanderten wir an den „Burning-Ghats“ entlang. Die Feuer brennen hier 24 Stunden durch und man kann sich daneben stellen und zuschauen. Frauen sind bei den Zeremonien allerdings verboten. Es gibt sogar eine Stelle an der Ausländer verbrannt werden. Sollte also jemand am Ganges verbrannt werden wollen, kann er schon mal die Feuerstätte besichtigen. Viele Inder können sich diesen Luxus nicht leisten, da die originale Einäscherung mit Sandelholz vorgenommen wird. Das kostet je nach Aufwand ca. 360.000 INR (4244 EUR). Ein für deutsche Verhältnisse annehmbarer Preis. Für „normale“ Inder allerdings unerschwinglich.

Nach unserer Ankunft im Hotel hatten wir auch schon die nächste Verabredung.
Unser Hotelboy schleppte uns in die verwinkelten Seitenstraßen von Varanasi um uns eine Seidenweberei vorzustellen. Alte Handwerkskunst hautnah ist in Indien an jeder Ecke zu bewundern. Vorsicht wenn Euch jemand anbietet diese Manufakturen zu besichtigen. Die Schlepper bekommen Geld dafür.

Lieber auf eigene Faust auf Erkundungen gehen. Die einfachste Art in der Innenstadt von Varanasi zu orientieren ist sich das Ghat zu merken an dem man wohnt. Man verläuft sich schnell in dem Gassen-Gewirr.
Nach der Seiden-Manufaktur in der wir natürlich auch einen Seidenschal zu einem überhöhten Preis kauften ging es auf Stadtrundfahrt.

Erstes Ziel war Samath 10 Kilometer von Varanasi entfernt.
Hier im Hirschpark hielt Buddha nachdem er Erleuchtung erlangt hatte seine erste öffentliche Predigt.

In näherer Umgebung findet sich dann auch ein Tempel der Jami Sekte. In diesem Tempel wird offensiv Aufklärung betrieben. der Priester erzählt (natürlich gegen eine kleine Spende) die Geschichte der Jami.
Die Mitglieder, die sich streng an die Vorschriften halten, tragen keine Kleidung, öffnen den Mund nicht mehr nach Sonnenuntergang und haben ein Armutsgelübde abgelegt.
Interessant wie die Gläubigen das in die Tat umsetzen.

Wirklich schön war dann der Vishnu Tempel (Shri Vishwanath Mandir)
Hier lernten wir vier Studentinnen kennen die für Ihre Klausur beten waren.

Was uns natürlich dann schon auf den Besuch der Universität einstimmte.
Ein malerischer Campus der stark an das britische Empire erinnerte. Es hätte genauso gut in Yale oder Eton sein können.

Diese kleine Tour ist auch für einen Tag völlig ausreichend.

Meine Empfehlung am Abend, nachdem man die Ganges-Zeremonie vom Fluss aus gesehen hat, ist die Dachterrasse vom Alka Hotel.
Von hier kann man bequem bei Pizza und Pasta die Zeremonie beobachten.
Der Heimweg durch die dunklen Gassen ist dann ein Erlebnis für sich. Die dunklen Gestalten die vor den Läden stehen und die Ausländer anstarren entpuppen sich als äußert hilfsbereite Mitmenschen sobald man verzweifelt den Weg sucht.

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