In der Wüste Thar – Tag 13

Gute 12 Stunden später sind wir in Jaisalmer der letzten Stadt vor der Wüste Thar.
Wer sich begehrt fühlen will muss hier um 08.30 Uhr aus dem Reisebus steigen.
Unser Hotelbesitzer aus Jaipur hatte uns glücklicherweise einem Bekannten mit Hotel empfohlen und gleich gebucht. Wir waren also versorgt und sollten abgeholt werden.

Eine Horde von Schleppern arbeitet nur für das Kopfgeld der Hotels. Kaum aus dem Bus entstiegen, fallen Sie über die Touristen her. Und das herfallen meinte ich wörtlich. Ich beobachtete wie zwei „Guides“ an einem Asiaten zogen wie zwei Hunde an einem Knochen.
Spätesten hier hätte ich jemanden getreten.

Mein Tipp: Unbedingt vorher telefonisch buchen und abholen lassen. Und verraten Sie niemanden ihren Namen. Eine gute Masche besteht darin, Sie im Bus nach Ihrem Namen zu fragen um diesen dann einem Kollegen in Jaisalmer telefonisch zu übermitteln. Am Busbahnhof erwartet Sie dann jemand der Ihrem Namen hochhält und sie mit der Ausrede: „Das Hotel ist leider überbucht“ in ein anderes umquartiert.

Unser Chauffeur den uns das Hotel geschickt hatte traute sich aus diesem Grund auch nicht das Namensschild hochzuhalten und zeigte mir versteckt einen Zettel mit unseren Vornamen.

Wir schüttelten die lästige Meute ab und verfrachteten unsere Rucksäcke vom Bus in den Wagen. Und los ging die wilde Fahrt in unser Hotel.
Dessen Besitzer weiß was Europäer wünschen. Er war sehr unaufdringlich.
Sein Vorschlag bei einem Tee auf der Dachterrasse schrieb er auf und ließ uns in Ruhe beraten ohne uns zu bedrängen.

Wir entschieden uns für das volle Programm, was allerdings ein Fehler war und machten uns reisebereit.

Frisch geduscht und mit Wüstengepäck ging es um 11 Uhr los. Vorher kurz noch in ein Bekleidungsgeschäft um mir für 250 Rupien ein traditionelles langärmliges Wüstengewand zu kaufen.

Dann brachte uns der Jeep ca. 60 km in die Wüste Tar. Neben der Landstraße nach Pakistan wartete unter Palmen schon unser Guide Kalu mit zwei Kamelen.
Schnell wurden die Lebensmittel auf die Kamele umgeladen um die Reise zu beginnen.

Kalu unser Guide war schon ein wenig erschöpft. Er hatte gerade zwei Touristen zum Jeep gebracht als der Anruf von seinem Chef kam das er zu den Palmen reiten und auf uns warten soll. Da saß er dann geduldig ganze 6 Stunden und wartete.
Er führte uns zu Fuß, während wir nebenher ritten, zum ersten Lagerplatz für das Mittagessen an dem unser drittes Kamel zu uns stoßen sollte.

Hier erlebten wir das richtige Beduinenleben. Kalu sammelte Feuerholz, kochte Tee und bereitet das Essen zu. Trotz aller Freundlichkeit konnten wir ihn nicht dazu bringen mit uns zu Essen. Erst nachdem er mehrere Male nachgefragt hatte ob wir satt seien, nahm er die Reste und aß abseits von uns mit seinem Kamelboy der inzwischen mit dem dritten Kamel zu uns gestoßen war. Der Boy war ungefähr 12 Jahre alt, Kalu 19.

Nach einem typischen Wüstenmahl ritten wir los. Ganze drei Stunden. Daran muss man sich erst mal gewöhnen. Dann kam endlich der Halt für das Abendlager. Während unser Guide die Kamele absattelten genossen wir auf einer Düne den Sonnenuntergang.

Ein Sonnenuntergang in der Wüste ist unglaublich und nicht zu beschreiben.
Gerade wollten wir entspannen und dachten wir wären abseits jeder Zivilisation da kam auch schon freudestrahlend ein Hotelangestellter mit einem Jeep um die Ecke.

Leider hatten wir noch den traditionellen Tanzabend gebucht, so dass uns bei Einbruch der Dunkelheit ein Jeep abholte um uns zu Abendverpflegung und Kultur zu bringen.

Das hätten wir uns sparen sollen. Ich hätte Sternenhimmel und kochen in der Wüste dieser Tanz und Showeinlage mit Büfett vorgezogen.
Mein Rat: Einfach darauf verzichten.

Als der Jeep uns Stunden später zurückbrachte hatte man uns schon zwei Betten mit warmen Decken auf einer einsamen Düne aufgestellt.
Mitten in der Wüste ein Bett unter Sternenhimmel.

Wir zogen es jedoch vor unser Moskitozelt aufzuschlagen um in einer geschlossen Kabine zu schlafen.

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