Letzter Tag in Delhi – Tag 3

Unser letzter Tag in Delhi – wir ziehen weiter.

Nach der misslungenen Anprobe beim Schneider versuchten wir es am dritten Tag mit der Verwandtschaft unseres Fahrers Krischey. Sein Bruder hatte einen kleinen Laden der Hemden und Anzüge anfertigte. Auch hier gaben wir zu einem (in Deutschland) guten Preis je einen Anzug in Auftrag. Aus Zeitgründen sollte die erste Anprobe am Abend stattfinden, so dass (bei Zufriedenheit) der Schneider vier Wochen Zeit hätte den Anzug zu fertigen, den wir auf der Rückreise in Delhi vorfinden würden. Die Beratung ließ Gutes ahnen und so freuten wir uns auf die abendliche Anprobe.

Affenkarawane

Besuch im Lakshmi-Narayan-Tempel

Genug von Shoppingaufenthalten in klimatisierten Räumen kehrten wir zur indischen Kultur zurück. Krischey fuhr uns zum Lakshmi-Narayan-Tempel oder kurz Birla Temple.
Lakshmi die Göttin des Geldes wird in diesem Tempel verehrt und es stehen lebensgroße Figuren der Götter im Inneren. Leider ist das Fotografieren im Tempel (so wie übrigens in allen Tempeln in Indien) verboten.

Birla Tempel
Hier bekamen wir vom Priester unseren Punkt auf die Stirn.

Exklusives Tee Event mit indischen Teesorten

Gleich in der Nähe befindet sich für ambitionierte Tee-Trinker ein kleiner exquisiter Laden der sich auf Touristen spezialisiert hat. Hier findet der Interessierte Mischungen aus allen in Indien angebauten Tee-Sorten. Jede Mischung kann vor dem Kauf getrunken werden. Keine Sorge mit dem Wasser, selbst die Eiswürfel im Chocolate-Ice-Tea sind aus Mineralwasser. Dafür ist der Preis etwas gehoben. Wir haben je 500g Beutel Tee ca. 750 INR bezahlt.

Teeladen am Birla Tempel

…und wieder zum Schneider

Gut gestärkt ging es dann etwas neugierig zum 1. Schneider. Den Herrenanzug hatte er nach unseren Wünschen geändert. Er passte gut und auch das Hemd welches in bestellt hatte bot einen taillierten Schnitt und die richtige Armlänge.
Der Damenanzug dagegen war ein Graus, hier passte einfach gar nichts. Sack wäre da die treffendste Bezeichnung. Meine Begleitung war außer sich und weigerte sich dieses Kleidungstück so abzunehmen. Krischey unser Fahrer fühlte sich so schuldig das er uns eine Lösung versprach.
Sein Bruder (unser 2. Schneider) würde den Anzug versuchen zu retten.

Zu Hause bei Indira Gandhi

Nach so viel Aufregung brauchten wir Ablenkung. Unsere nächste Station war das Haus von Indira Gandhi. Hier hatte sie gelebt und wurde auch davor von einem Attentäter hingerichtet. Die Räume sind original erhalten und mit Glas versiegelt so dass man sich alles ansehen kann. Interessante Einrichtung im Luxusstil der späten 70ger Jahre.
Indira Gandhi starb in ihrem Vorgarten auf dem Weg zu einen Interview mit Peter Ustinov.
Ganz rechts seht Ihr den traditionellen Sari den sie dabei trug.

Der schönste Tempel Indiens

Askhardham ist der schönste Tempel in Indien den wir uns bisher angesehen haben. Leider sind die Sicherheitsmaßnahen strenger als auf dem Flughafen, absolut nichts geht mit rein. Und mit nichts meine ich: Mobiltelefone, USB Sticks, Kameras usw. Meiner Begleitung wurden sogar die Kaubonbons verboten. Sie musste eine Packung öffnen und an die Sicherheitsleute verschenken damit es als ungefährlich bestätigt wurde. Dafür wird man im Inneren entschädigt.
Der Tempel ist der flächenmäßig größte Hindu-Tempel der Welt und wurde 2005 nach fünfjähriger Bauzeit fertiggestellt.
Allein 7000 Handwerker arbeiteten unentwegt an diesem Prachtbau.
Für die Besichtigung sollte man sich locker 2 Stunden Zeit nehmen.

Einladung zum Abendbrot

Gerne hätten wir noch länger verweilt, aber das Essen stand auf dem Tisch. Krischey, unser Fahrer hatte meiner Begleitung eine Henna-Bemalung versprochen.

Henna Bemalung
Dazu hatte er einen Profi in sein Haus eingeladen, der auf uns wartete.
Die Dame gab sich wirklich Mühe und bemalte beide Hände mit einer braunen Farbe die im trockenen Zustand abfällt und eine Färbung auf der Haut hinterlässt die 4 Wochen halten sollte. (bei westeuropäischen Hygienestandards wohl eher Zwei!)

Die Anprobe des neuen Schneiders

Völlig genervt fuhren wir zu unserer Anprobe des 2. Schneiders. Der morgendliche Versuch einen Damenanzug zu kaufen lief ja gründlich daneben. Aber man soll die Suche ja bekanntlich nicht aufgeben. Dieser Schneider beherrschte sein Handwerk. Der Herrenanzug saß gleich bei der ersten Anprobe super und der Damenanzug war auch für eine Dame geschnitten und den weiblichen Formen angepasst. Hier gab es noch kleine Änderungen die während der Zeit unserer Reise vorgenommen werden konnten.
Der „Sack“ aus dem ersten Geschäft war mit dem ruhmlosen Schneider in der Zeit auch eingetroffen und die Änderungen, um zu retten was zu retten war, wurden besprochen.
Der alte Schneider sollte die Änderungen bezahlen und wir entließen ihn aus seiner Pflicht. Und so verließen wir die aufregende Welt der Maßschneiderei mit dem Versprechen das die Anzüge alle nach der Reise perfekt sitzen sollten.

Check Out in Delhi

Abends im Hotel versuchten wir es dann mit dem Check Out, damit wir um fünf Uhr nicht den Manager suchen müssen. Das erwies sich als nicht so einfach.
Der Portier konnte uns nicht sagen was wir zu zahlen hätte und vertröstet uns auf später. Eine Stunde später kam er dann mit einem Phantasiepreis, so dass wir die HRS Bestätigung aus unserem E-Mail Account suchen mussten. Selbst nach der Vorlage der Buchung versuchte der Kerl uns Steuer- und Servicepauschale aufzuerlegen. Erst nach Ansage, dass die HRS Buchung der Endpreis ist, durften wir den vereinbarten Preis bezahlen. Solche Abenteuer sollten wir noch öfters erleben.

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