Vrindavan und die Sandipani Muni School – Tag 4

Auf zur Sandpani Muni School

Abreise aus der Basisstation Delhi um 05.00 Uhr. Natürlich nimmt das Hotel einen völlig überhöhten Taxipreis. Aber das Risiko ein Taxi um die Zeit nicht zu bekommen ist einfach zu groß.

Am Bahnhof schickte man uns dann gleich zum Tourist Office um uns zu umsorgen. Dort erfuhren wir vom Bahnhofsvorsteher des Tourist Office das unsere im Internet gebuchten und bezahlten Tickets nicht gültig sind.

Wir müssen nochmal in die Stadt um im großen Tourist Office ein Ticket zu bekommen. Nur der Ausdruck reiche nicht. Es sei schlie0lich nur Papier. Auch der Einwand dass es sich um einen bezahlten und bestätigten Ausdruck handelt, förderte nur ein lapidares „not my Problem“ hervor.

Also sind wir in höchster Eile mit 30 kg Gepäck auf dem Rücken zum nächsten Taxi. Verhandeln mit dem Taxifahrer ging aus Zeitgründen nicht. Also kurz dem Fahrer 400 Rupien (ca. 6 EUR) in die Hand gedrückt und auf zum Connaught Place.

Unterwegs erzählt uns der Taxifahrer dass der 06.00 Uhr Zug gestrichen wurde, aber es fahren ja heute noch zwei Züge nach Mathura / Vrindavan.

Am Connaught Place kam dann das große Erstaunen. Warum sollten unsere Tickets nicht gültig sein? Sie sind doch mit Visa bezahlt und von India Railway bestätigt (confirmed).
Auch von einem gestrichenen Zug wisse man nichts. Es ist alles in Ordnung, wir sollen doch schnell zum Bahnhof fahren. Alle restlichen Züge wären hoffnungslos ausgebucht.
Also schnell zurück zum Bahnhof.

Voller Stress sind wir also zurück zum Bahnhof um in letzter Minuten den 06.00 Uhr Zug zu nutzen.

Die Moral von der Geschichte:

400 Rupien in den Sand gesetzt und fast den Zug verpasst nur weil wir dem erst besten, wirklich gut gekleideten, Bahnhofsmanager geglaubt haben. Das sollte aber nicht die letzte Verlade an diesem Tag sein.

Im Zug hatten wir die höchste Klasse gebucht. Das bedeutet Essen wie im Flugzeug.

Essen im indischen Zug

Wir sind echt überrascht, bis jetzt sind indische Züge pünktlich. 07.29 Uhr Ankunft in Matura dem Vorort von Vrindavan.

Als wir aus dem Zug aussteigen wollten stellt sich der Schaffner quer, wir müssen noch das Essen bezahlen. Auf unsere Aussage dass es im Ticketpreis enthalten wäre schüttelte er beharrlich den Kopf und hielt die Hand auf. 50 Rupien!

So einfach lassen sich Touristen abziehen. Wir verbuchen das als Eingewöhnungsphase!

Schnell aus dem Bahnhof an den aufdringlichen Tuc-Tuc-Fahrern vorbei. Jedoch nicht ohne mehrere im vorbeigehen zu fragen was die Fahrt nach Vrindavan kostet.

Die Preisstaffel reicht von 200 – 600 Rupien.

Unser Fahrer versichert uns, dass er das Ziel, die Sandipani Muni School kenne. Natürlich war dem nicht so, aber bei einem Festpreis (ja wir haben in Delhi aus dem Taxidesaster gelernt) haben wir ihn suchen lassen und tatsächlich hat er sich durchgefragt.

Die Sandipani Muni Primary School ist eine Einrichtung die ausgesetzte und misshandelte Kinder aufnimmt und weltweit von Sponsoren unterstützt wird.

Unser Ansprechpartner war Radha Madhava (Heiliger Matthias) ein Deutscher Auswanderer der in Vrindavan lebt und die Schule mit Relationsship Management unterstützt.

Hier in der Schule trifft man die Ärmsten der Armen. Glücklicherweise ist das durch die Schuluniformen welche die Schule ausgibt nicht zu sehen. Die Stimmung ist eine ganz andere. Ich habe selten so viele wohlerzogene und glückliche Kinder gesehen, die liebevoll miteinander umgehen.

Wenn mich schon die Schule begeistert hatte machte mich der dazugehörige Ashram sprachlos. Nachdem wir uns an unser Hotel in Delhi gewöhnt hatten (1520 INR/ Nacht), war die Unterkunft in Vrindavan um Klassen besser. Nicht nur das Sie geschmackvoll eingerichtet war, es funktionierte alles tadellos. Der Wachmann am Eingang nahm jeden Besucher genau unter die Lupe und kannte alle Gäste persönlich.

Auch Stromausfälle wurden durch das Notstromaggregat innerhalb von 60 Sekunden behoben. Als wir den Preis erfuhren (400 INR/ Nacht) fühlten wir uns von Delhi betrogen.

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